
Erscheinungsdatum: September 2026
Wie frühe Bindungserfahrungen Einsamkeit prägen
Einsamkeit ist schmerzhaft, oft verborgen – und doch ein entscheidender Teil unserer seelischen Entwicklung. Barbara Steinhilber lädt dazu ein, Einsamkeit nicht nur als gesellschaftliches Phänomen zu betrachten, sondern als biografisch geformte innere Erfahrung. Mit psychologischer Klarheit und Einfühlsamkeit beschreibt sie, wie Einsamkeit entsteht, wie sie sich im Laufe eines Lebens wandelt und wo sie – trotz aller Belastung – Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Dabei geht es um mehr als fehlende soziale Kontakte: Einsamkeit zeigt sich in Übergangsphasen, in inneren Brüchen, in der Unfähigkeit, Nähe zuzulassen oder zu halten – und oft in Gesellschaft. Frühkindliche Bindung und verborgene biografische Muster spielen eine weit größere Rolle, als uns bewusst ist.
Das Buch macht deutlich, dass Abhilfe nicht allein in sozialer Teilhabe liegt, sondern in unserer Bereitschaft, die eigene Geschichte zu erforschen. So bringen wir den Mut auf, unseren eigenen Platz in dieser Welt zu finden. Mit ihrer körperorientierten, erfahrungsbezogenen Perspektive öffnet Steinhilber einen sensiblen Raum für Selbstreflexion: Das Werk entstigmatisiert Einsamkeit und fragt, ob sie nicht ein unvermeidlicher Bestandteil unserer Existenz ist.